Amalgam

Amalgam wird für vielerlei Beschwerden verantwortlich gemacht. Wir können dabei behilflich sein herauszufinden, ob Amalgam eventuell auch bei Ihnen für Beschwerden sorgt und wie wir gegebenenfalls für Abhilfe schaffen können.

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Amalgam

Allgemein

Amalgam gilt als das älteste Material für Zahnfüllungen und wird seit mehr als 150 Jahren in der zahnärztlichen Versorgung benutzt. Dentalamalgame sind leicht herzustellen, preiswert und stellen keine besonderen Anforderungen an die Verarbeitung. Man unterscheidet zwischen den älteren Gamma-2-haltigen und den neueren Gamma-2-freien Amalgamen. Hauptdiskussionspunkt in der Öffentlichkeit ist der Quecksilberanteil bis zu 50% und die sich daraus ergebenden möglichen Gesundheitsrisiken.

Aus Dentalamalgamen wird ständig, besonders beim Kauen, u.a. Quecksilber in geringen Mengen freigesetzt. Die Füllungen geben Quecksilberdämpfe ab, die zum grössten Teil in der Lunge aufgenommen werden. Kaugummikauen und nächtliches unbewusstes Zähneknirschen können die tägliche Aufnahme um ein vielfaches erhöhen. Die amalgambedingte Quecksilberbelastung des Körpers kommt hauptsächlich auf diesem Weg zustande.

Mit Wirkung vom 01. Juli 1995 wurden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Einschränkungen der Amalgamanwendung angeordnet.

Hier heißt es u. A., dass Amalgam nicht angewendet werden darf bei:

  • Amalgamallergie (nachgewiesen)
  • Schwangerschaft
  • Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter
  • Kindern unter 6 Jahren
  • Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen
  • retrograden Wurzelfüllungen
Das BfArM wies ausdrücklich darauf hin, "dass kein Anlass besteht, vorhandene klinisch einwandfreie Amalgamfüllungen - insbesondere bei Kinderwunsch - entfernen zu lassen."

Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen gilt auch im Jahre 2008 noch, dass im Kaudruck tragenden Bereich Amalgamfüllungen die - für den Patienten kostenfreie - Regelversorgung darstellen.

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Viele Patienten wissen nicht, dass das Dental-Amalgam einerseits noch immer von den Krankenkassen als Füllungsmaterial der Wahl angesehen wird- es aber andererseits, sowie aus der Mundhöhle entfernt- als Sondermüll von den Zahnärzten behandelt und entsorgt werden muss. Technisch aufwendige, teure (und störanfällige) Amalgamabscheider sorgen dafür, dass von dem Amalgam nichts in den Abwasserkreislauf gelangt.

Da der Gesetzgeber weder die Schädlichkeit noch die absolute Unschädlichkeit von Dentalamalgamen bestätigen kann (sonst gäbe es die oben aufgeführte, immer noch gültige Einschränkung der Amalgamanwendung nicht), habe ich bereits 1994 beschlossen, keine Amalgamfüllungen mehr in meiner Praxis zu legen.

Ein wesentlicher Punkt wird aber bei der Amalgamdiskussion stets verschwiegen. Es wird von Seiten der Krankenkassen immer behauptet, dass Amalgamfüllungen besonders lange halten und sie deshalb noch indiziert sind. Die ist nur bedingt richtig und ein fadenscheiniges Argument. Würden die Krankenkassen heute feststellen, dass Amalgamfüllungen nicht mehr zeitgemäss sind, würde morgen eine unüberschaubare Anzahl von Versicherten darauf drängen, ihre Amalgamfüllungen austauschen zu lassen- auf Kosten der Krankenkassen. Dies wiederum würde Kosten in Millionenhöhe verursachen- bei der derzeitigen Situation kaum vertretbar.

Amalgamfüllungen werden nicht mit dem Zahn "verklebt" sondern mechanisch verankert, d. h. das "Loch" im Zahn wird innen größer gemacht als außen. Wenn die plastische Füllung dann eingefüllt und fest ist, kann sie nicht mehr herausfallen. Was zunächst sinnvoll ist, stellt sich später als grosse Gefahr dar.

Da Amalgam nicht dicht abschliesst, bilden sich oft Spalten und Mikrorisse zwischen Zahn und Füllung (ein Backenzahn muss bis zu 80Kg/cm� Kaufläche aushalten) die den kariesbildenden Bakterien das Eindringen erlauben. Hierdurch kann es zu einer langsamen, unbemerkten und oft symptomlosen Zerstörung des Zahnes unter der Füllung kommen. Erst das Herausbrechen der Füllung oder schlimmer- eines kompletten Zahnhöckers - lässt dann das ganze Ausmaß der kariösen Zerstörung erkennen.

Oft hilft dann nur noch die Überkronung oder die Entfernung des Zahnes. Die Folgekosten einer defekten Amalgamfüllung übersteigen oft das Vielfache einer rechtzeitig erbrachten Austauschfüllung durch moderne, zahnfarbene Füllungswerkstoffe.

Es kann also im Sinne der Zahnerhaltung nicht nur darauf ankommen, wie lange eine Amalgamfüllung hält, sondern es hängt auch davon ab, ob ein Schaden rechtzeitig erkannt werden kann oder ob der Zahn möglicherweise unter der Füllung irreparabel geschädigt wird.

Um nicht wahllos jede, eventuell auch noch funktionsfähige Amalgamfüllung auswechseln zu müssen, untersuchen wir jeden Zahn mit Lupenbrille, Speziallicht und intraoraler Videokamera. Der erfahrene Zahnarzt erkennt dann die Hinweise auf Schäden schnell, bevor es zu einer dramatischen Fraktur oder Schmerzen kommt.

Tipp: Lassen Sie sich von uns unbedingt sämtliche Amalgamfüllungen in Ihrem Mund mit Hilfe unserer hochauflösenden Videokamera zeigen. Wir erklären Ihnen gerne, welche Füllungen ausgetauscht werden sollten, bevor ein Schaden entsteht. Gerne können Sie sich bei uns auch eine zweite Meinung zu einer geplanten Behandlung einholen.


Amalgam
Von diesen sieben offensichtlich intakten Amalagamfüllungen sind nur zwei wirklich in Ordnung (linkes Bild). Die anderen weisen gefährliche Haarrisse auf und müssen dringend ersetzt werden (rechtes Bild).